Der chinesische Nostradamus: Was das Mutter-Erde-Orakel über 2026 verrät
Seit Jahrhunderten fasziniert der chinesische Kalender nicht nur durch seine zyklische Struktur, sondern auch durch seine Fähigkeit, Muster und Wiederholungen sichtbar zu machen. Genau diese Eigenschaft macht ihn zu einem mächtigen Werkzeug für Prognosen und Prophezeiungen.
In der langen Geschichte Chinas entstanden zahlreiche Texte, die zukünftige Entwicklungen deuten sollten. Einer der bekanntesten ist das Di Mu Jing – das Mutter-Erde-Orakel (地母經 dì mŭ jīng). Seine Ursprünge reichen bis in die Zeitenwende zurück, und in der heute überlieferten Form stammt es aus der frühen Qing-Dynastie.
Bis heute findet man das Di Mu Jing in traditionellen Almanachen (Tong Shu), wo es als fester Bestandteil der chinesischen Prognosekultur weiterlebt.
Der „chinesische Nostradamus“
Wegen seiner Popularität erhielt das Di Mu Jing den Beinamen „chinesischer Nostradamus“ – in Anlehnung an den berühmten französischen Astrologen Michel de Nostredame (1503–1566). Doch dieser Titel wurde auch anderen Propheten verliehen, etwa Zhuge Liang mit seinen 14 Prophezeiungen oder Liu Bowen mit dem poetischen „Shaobing Ge“ („Kekslied“).
Wie das Mutter-Erde-Orakel funktioniert
Das Di Mu Jing besteht aus 60 Gedichten, die jeweils eine Kombination aus Himmelsstamm und Erdzweig interpretieren. Jedes Gedicht beschreibt die zu erwartenden Ereignisse des entsprechenden Jahres – von Wetterlagen über gesellschaftliche Entwicklungen bis hin zu landwirtschaftlichen Bedingungen.
Spannend: Durch die Beziehungen der fünf Elemente lassen sich diese Aussagen nicht nur auf China, sondern auch auf andere Regionen der Welt übertragen.
Für das Feuer-Pferd (chinesisch 丙午 BingWu) wird Folgendes vorausgesagt:

Hier geht es zur Textquelle.
Pin-Yin-Umschrift:
bǐngwŭ nián
Shī yuē:
Tàisuì bǐngwŭ nián, chūn xià duō hóngshuǐ. Lŭ wèi duō yì zāi, gŭ shú yì jiāngdōng.
Zhòngzhí yí gāodì, dī yuán zāo shuǐ chōng. Tiān chóng jiàn shăo sī, sāng zhè jiàn chéng lóng.
Liùchù duō wēnyì, rénmín shăo zú zhōng.
Bŭ yuē:
Mă shŏu zhí suì lĭ, fēng rěn hăo tián sāng. Chūn xià xū fángbèi, zhòngzhí pà liúdàng.
Dòu mài bìng má sù, piānhào yí gāogāng.
Meine Übersetzung:
Feuer-Pferde-Jahr
Das Gedicht sagt:
(Großer Herzog) BingWu-Jahr, im Frühling und Sommer gibt es viel Hochwasser. In den Staaten Lu und Wei gibt es viele Seuchen und (Natur-)Katastrophen, Getreide reift gut im Osten des Jiang.
Anpflanzung ist passend in der Hochebene, die tiefliegende Quelle wird überflutet. Die Seidenraupen sehen wenig Seide, Maulbeeren und chinesische Datteln werden billig wie ein Korb.
Die sechs Tiere haben viele Seuchen und Krankheiten, in der Bevölkerung finden nur wenige ihr Ende.
Das Orakel sagt:
Pferdekopf kommandiert das Jahr, es gibt üppige Ernte auf gutem Acker und Maulbeeren. Im Frühling und Sommer müssen Vorkehrungen getroffen werden, die Anpflanzung fürchtet das Fortspülen durch einen Wasserlauf.
Bohnen und Getreide sowie Hanf und Hirse, haben eine Vorliebe für das Hochland.
Der Text bezieht sich nur auf die Elemente-Kombination des Jahres, das heißt auf die Jahressäule des Feuer-Pferdes:
Das Gedicht spricht von Hochwassern, Seuchen und Katastrophen. Diese Bilder stehen sinnbildlich für Naturereignisse und Krisen, die ganze Regionen betreffen können.
Hochwasser und Ernte
Das Orakel warnt vor Überschwemmungen, die Felder und Ernten gefährden. Es empfiehlt, Getreide eher in höheren Lagen anzubauen, um Verluste zu vermeiden. Übertragen auf heute bedeutet das: Vorsorge treffen und Ressourcen absichern, damit Investitionen und Projekte nicht von äußeren Turbulenzen zerstört werden.
Seuchen und Rohstoffe
Es ist die Rede von Seuchen, die sowohl Tiere als auch Menschen betreffen können. Die „sechs Tiere“ – klassische Haustiere im alten China – stehen symbolisch für Vermögenswerte. Wenn sie leiden, bedeutet das: Wirtschaftliche Werte wie Aktien, Immobilien oder andere Assets könnten unter Druck geraten.
Auch die Seidenproduktion wird als schwach beschrieben. Weniger Seide und billige Maulbeeren deuten auf eine geringe Produktivität und fallende Rohstoffpreise hin.
Landwirtschaft und Wirtschaft im Spiegel
Trotz aller Warnungen spricht das Orakel auch von einer üppigen Ernte. Das zeigt: Es gibt Chancen, aber sie müssen geschützt werden. Wer im Frühling und Sommer vorsorgt, kann die Erträge sichern – sei es in der Landwirtschaft oder im übertragenen Sinn auf den Finanzmärkten.
Fazit
Das Jahr 2026 verlangt sorgfältige Planung und Absicherung.
- Naturereignisse können Ernten und Besitz bedrohen.
- Märkte und Vermögenswerte sind anfällig für Krisen.
- Wer rechtzeitig vorsorgt, kann seine „Schäfchen ins Trockene bringen“.
Nachdem wir gesehen haben, wie das Mutter-Erde-Orakel die Jahresenergien beschreibt, stellt sich die Frage: Wie können wir diese Hinweise für unsere eigene Zeit nutzen?
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