Chinesischer Nostradamus: Tui Bei Tu 2026

Prophezeiung eines weiteren chinesischen Nostradamus für dieses Jahr: Das Tui Bei Tu 2026 (推背图 Tuī bèi tú)

Das Tui Bei Tu gehört zu den faszinierendsten Prophezeiungstexten der chinesischen Geschichte. Es besteht aus 60 Gedichten, die den 60 JiaZi‑Zyklen entsprechen und das Schicksal Chinas deuten sollen. Entstanden in der Tang‑Zeit (618–907), wird es den Gelehrten Li Chungfeng und Yuan Tiangang zugeschrieben – beide wohl vertraut mit dem Mutter‑Erde‑Orakel (Di Mu Jing). Im 17. Jahrhundert fügte der berühmte Kommentator Jin Shengtan (ca. 1610–1661) seine Auslegungen hinzu, die den Text noch einmal vertieften.

Seinen Namen verdankt das Werk den Bildern, die jedem Gedicht zugeordnet sind. Diese „Zurückschiebeskizzen“ – so die deutsche Übersetzung – machen das Tui Bei Tu einzigartig: Text und Bild verschmelzen zu einer geheimnisvollen Botschaft.

Wie beim Di Mu Jing erhielt auch das Tui Bei Tu den Ehrentitel „chinesischer Nostradamus“. Denn die Gedichte lassen sich auf verschiedene Weise deuten: Manche sehen darin eine lineare Abfolge, bei der nach der Erfüllung eines Gedichts das nächste wirksam wird. Andere betrachten die spezifische Konstellation der Jahressäule als Schlüssel.

Einige Interpreten sind überzeugt, dass wir kurz vor der Erfüllung von Gedicht Nr. 56 stehen – ein Thema, das ich bereits in einem früheren Blogbeitrag beleuchtet habe. Für das Jahr des Feuer‑Pferdes 2026 jedoch richtet sich der Blick auf Gedicht Nr. 43, das ich hier näher vorstelle.

Tui Bei Tu: Gedicht Nr. 43 zum Feuer-Pferd (chin. 丙午 BingWu)

Tui Bei Tu 2026

Der Text und dazugehörige Skizze des Gedichts Nr. 43 im Tui Bei Tu

Pin-Yin-Umschrift von Gedicht Nr. 43:

Chèn yuē:

Jūn fēi jūnchén fēi chén

Shǐ jiānwéi zhōng kè dìng

Sòng yuē:

Hēi tù zŏu rù qīnglóng xué yù jĭn bù jìn bùkě shuō

Wéi yŏu wàibian gēn shù shàng sānshí nián zhōng zĭsūn jié

Jīnshèngtàn:

“Cĭ xiàng yí qián xiàng nǚzǐ luàn guó wèi zhōng, jūnchén chū shòu, yŏuyī jiéchū zhī rénwéi zhī dĭ dìng, rán bì zài sānshí nián hòu.”

Meine Übersetzung:

Die Prophezeiung sagt:

Ein Herr ist kein Herr, ein Untertan ist kein Untertan.

Der Anfang ist schwierig und gefährlich, das Ende kann fest und bestimmt sein.

Die Ode sagt:

Der Schwarze Hase geht hinein in die Höhle des Blauen/Grünen Drachen, es will enden, aber endet nicht, es ist schwierig, es vollständig in Worte zu fassen.

Es gibt nur die äußere Seite der Wurzel am Baum, in 30 Jahren gibt es Nachkommen.

Jin Shengtan:

Diese Erscheinung deutet darauf hin, dass die vorherige Erscheinung der Frau, die den Krieg im Land nicht beendet, Herrscher und Untertanen gehen hinaus auf die Jagd, es gibt einen Helden, der hingeht und Stabilität bringt, so ist es zwangsläufig 30 Jahre später.

Interpretation von Tui Bei Tu, Nr. 43:

Text und Bild von Nr. 43 behandeln die Elemente-Kombination der des Feuer-Pferdes.

Das Bild

Das Bild zeigt einen älteren Mann mit Bart und einen Jungen. Beide gehen im Gleichschritt und halten den rechten Ärmel über den Kopf, als wollten sie sich vor Regen oder etwas Bedrohlichem aus der Luft schützen. Der Mann blickt auf den Jungen herab, während dieser geradeaus schaut. Es entsteht der Eindruck einer Beziehung zwischen Beschützer und Schutzbefohlenem – Vater und Sohn oder Lehrer und Schüler. Auffällig ist, dass keine Unterwürfigkeit dargestellt wird, sondern eine Situation von Gleichklang trotz unterschiedlicher Rollen.

Der Text

Der begleitende Text spricht von einem Herrn, der kein Herr ist, und einem Untergebenen, der kein Untergebener ist. Damit wird die übliche Hierarchie aufgehoben. Es geht um eine Begegnung auf Augenhöhe, die trotz Gefälle von Alter oder Status eine Balance schafft.

Ein weiterer Satz deutet an, dass der Anfang gefährlich sein kann, das Ende jedoch sicher und gefestigt. Das Bild mit den erhobenen Ärmeln lässt sich als Symbol für schwierige Zeiten lesen, die Schutz erfordern – doch am Ende können diese überwunden werden.

Symbole: Schwarzer Hase und Grüner Drache

Die Ode spricht vom schwarzen Hasen, der in die Höhle des grünen oder blauen Drachens eintritt. Schwarz steht für das Element Wasser, Grün oder Blau für Holz. Damit ist wohl auf die Jahre des Wasser-Hasen (2023) und des Holz-Drachen (2024) angespielt. Beide Jahre scheinen thematisch ineinanderzufließen und ihre Wirkung bis ins Feuer-Pferde-Jahr hinein zu verlängern.

Alternativ könnte es sich um Sternenkonstellationen handeln: In der chinesischen Metaphysik ist der östliche Himmel dem Grünen Drachen zugeordnet. Der Schwarze Hase könnte auf Sonne und Mond verweisen. Das Ergebnis dieser Verbindung bleibt offen.

Rückblick und Gegenwartsbezug

Um die Bedeutung zu verstehen, lohnt ein Blick zurück:

  • 2023 brachte politische und militärische Konflikte, etwa im Nahen Osten.
  • In Deutschland gewann die AfD deutlich an Stimmen und wurde zur zweitstärksten Kraft.
  • Klimatisch war 2023 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, 2024 sogar noch extremer.
  • Gleichzeitig trat Künstliche Intelligenz ihren Siegeszug an und veränderte den Alltag tiefgreifend.

All diese Entwicklungen zeigen, dass die Themen der Jahre 2023 und 2024 noch nicht abgeschlossen sind und weiterhin nachwirken.

Kommentar von Jin Shengtan

Der Kommentator Jin Shengtan verweist auf die „schöne Frau aus dem Westen“ aus dem vorherigen Gedicht. Sie könnte als Symbol für die USA gelesen werden. Unter ihrer Herrschaft entstand Chaos, das sich in Handelskonflikten und politischen Spannungen zeigte. Das Gedicht deutet an, dass Herrscher und Volk gemeinsam gegen diese Politik aufbegehren könnten. Eine neue Führungspersönlichkeit könnte aus diesem Chaos hervorgehen, doch Stabilität würde erst nach Jahrzehnten eintreten.

Taiwan und China

Manche Autoren beziehen das Gedicht auf die Beziehung zwischen China und Taiwan. Die Metapher der äußeren Wurzel am Baum könnte Taiwan als Ableger Chinas beschreiben. Doch die Realität zeigt seit 2023 eine Verschärfung der Konflikte. Eine Lösung oder gar Wiedervereinigung scheint frühestens in Jahrzehnten möglich.

Fazit

Das Gedicht zeichnet ein Bild von schwierigen Anfängen, Bedrohungen und Krisen, die jedoch überwunden werden können. Es verweist auf die Verbindung der Jahre 2023 und 2024 und ihre Nachwirkungen bis ins Feuer-Pferde-Jahr. Politische, klimatische und technologische Entwicklungen spiegeln diese Symbolik wider. Die Botschaft lautet: Trotz Chaos und Unsicherheit kann sich langfristig Stabilität entwickeln – doch der Weg dorthin ist lang.

Bildquelle zu den Skizzen des Tui Bei Tu

Link zum Video

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